Mein Aug ist trüb, mein Herz ist
schwer und ich vermiß mein Frauchen sehr. Noch gestern ging sie mit mir
aus, dann aber ganz allein nach Haus.
Ich wollt ja nach ihr rennen, nur hab
ich es nicht können! Da ist der Gurt an meinem Bein, soll das ein neues
Spielchen sein?
Am Baum hat sie mich festgemacht - was
hat sie sich dabei gedacht? Weiß sie nicht, wie ich leide? Wir sind doch
Freunde, wir beide!
Wie froh sind wir umhergetollt, und ich
hab sie zurückgeholt, die Stöckchen, sicher, leicht und schnell, sie
kraulte lobend mir das Fell.
Mein Bellen und ihr Lachen Das konnte
glücklich machen! Und wenn sie einmal traurig war, ich strich ihr
tröstend über´s Haar
und hatte stets ein off´nes Ohr, wärmte
ihre Seele, wenn sie fror. Meint ihr, ich habe keine, weil ich nicht
lache oder weine?
Nun frier ich selbst, trotz dickem Fell,
ach hört denn niemand mein Gebell? Und auch mein Magen knurrt so sehr,
wenn bloß der dumme Gurt nicht wär.
Ich spür, wie mir die Kraft entschwindet,
ich sterbe, wenn mich keiner findet! O Frauchen, bitte sag mir an,
was hab ich Böses Dir getan
dass du mir auferlegst dies Joch Ich
aber lieb dich immer noch, auch wenn ich mich zu Tode quäle, mit meiner
ganzen Hundeseele! ( Verfasser unbekannt )
|